Auf dem Holzweg

Klopfen auf Holz soll Glück bringen, aber drei Mal und Massivholz muss es schon sein. Sonst werden die bösen Geister nicht vertrieben. Ursprünglich klopften Seefahrer auf das Holz der Segelmasten. Bergleute klopften auf das Holz der Stollen im Schacht. Beide haben geprüft, ob das Holz widerstandsfähig ist. Klopfen auf morsches Holz klingt dumpf, trockenes und tragfähiges Holz erzeugt einen hellen Ton.

Schaut Euch um: was ist heute noch aus Massivholz? Umgebt Euch mit Holz, um darauf klopfen zu können, wenn Ihr Glück haben wollt!

 

Holz, Leder, Rattan, Wolle, Baumwolle sprechen unsere Sinne an: Sehen, Fühlen, Riechen. Zum Wohlfühlen in einer Wohnung gehört für mich Holz dazu. Es hat eine natürliche Struktur, ist je nach Herkunft gleichmäßig oder lebhaft gemasert. Die Oberflächenskala geht von von poliert bis sägerau. Holz besitzt die Fähigkeit, Wasser in seinen Zellen zu speichern. So beeinflusst es, vor allem großflächig für Decken, Wände, Fußböden eingesetzt, das Raumklima angenehm. Es nimmt eine der Raumtemperatur angepasste Oberflächentemperatur an. Es ist lebendig, es wächst, arbeitet und altert. Holz macht einen Raum erst gemütlich. Mit Naturmaterialien holen wir uns ein Stück Natur in die eigene Wohnung. Jedes Holz hat andere Eigenschaften, hat seine eigene unverwechselbare Maserung und Färbung. Rotbuche kann blass elfenbeinfarbig bis rötlich sein. Baumscheiben (Hirnholz) haben andere Eigenschaften als Leisten (längs der Wuchsrichtung geschnitten). Eiche lässt sich schwerer bearbeiten als Kiefer.

 

Ich bin selbst kein Tischler, habe in meiner Jugendzeit aber viel über Holzarbeiten von meinem Vater und meinem Großonkel gelernt. Sie haben als Tischler und Zimmererpolier gearbeitet. Jede Menge Handgriffe haben sie mir gezeigt. In der Werkstatt, die zu unserem Wohnhaus gehörte, gab es alle erdenklichen Werkzeuge für die Holzbearbeitung und natürlich jede Menge Holz. Einige der Werkzeuge habe ich heute noch in meiner Werkstatt: Streichmaß, Simshobel, Zugmesser, so mancher kann mit diesen Begriffen heute nichts mehr anfangen.

Holzbearbeitung heißt für mich: selber sägen, feilen, hobeln, bohren oder schleifen. Holzbearbeitung von Hand ist selbstverständlich. Die alten Techniken sind einfach, die richtige Handhabung der Werkzeuge und einige Grundkenntnisse über Holzbeschaffenheit vorausgesetzt. Und alle Handgriffe sind über Jahrhunderte erprobt.

 

Stühle zum Sitzen für jedermann kamen hierzulande erst im 16. Jahrhundert auf. Die ersten Sitzgelegenheiten bestanden aus einem flachen Brett ohne Sitzmulde und mit vier Beinen. Später kam eine gerade Rückenlehne hinzu. Sitzmulde und gerundete Rückenlehne entwickelten sich erst im Laufe der Jahrhunderte.

 

Gratverbindungen verhindern Verwindungen in größeren Holzplatten. Gleichzeitig dienen Gratleisten hier als Verstärkung des Sitzes sowie zur Aufnahme der Beine und Rückenlehne. Durch die als Rückenlehnen-Verlängerung unten angearbeiteten Zapfen hindurch werden Keile unterhalb der Gratleisten eingeschlagen und dadurch die Rückenlehne gegen die Sitzfläche straff verspannt. Natürlich muss die Anlagefläche Sitzplatte/Rückenlehne vorher passend bearbeitet sein. Die zwei Zapfen am unteren Rückenlehnenende sollten lang genug sein, um ein Ausbrechen auch bei straff eingeschlagenen Keilen zu verhindern.

 

Gratleisten und Zapfenverbindungen aus Weichholz müssen stärker ausgebildet sein als bei Hartholz. Hier sind die Beine nur straff eingepasst und geleimt. Gratnuten im Sitz sowie Gratleisten sind leicht konisch (schwalbenschwanzartig) ausgeführt, damit die Gratleisten sich auch auf der gesamten Länge der Gratnuten verkeilen. Die Gratleisten dürfen nicht auf der gesamten Länge verleimt werden, um ein Reißen des Sitzes durch Schwund zu vermeiden. Nur an der schmalsten Stelle der Gratnut sollte geleimt werden, das reicht.

 

Geschwungene Stuhlbeine entstanden früher, indem sie mit der Bandsäge in Grobform gesägt und in Form gehobelt oder mit dem Zugmesser hergestellt wurden. Anschließend war Schleifen mit dem Schleifklotz angesagt.

 

Bei den Naturvölkern Afrikas stellen Masken die Ahnen, Geister oder andere Wesen dar. Wer sie trug, hatte Kraft und Macht über andere. Wer etwa erfuhr, wer sich hinter der Maske verbarg, musste sterben.
Hier eine geschnitzte originale afrikanische Deko-Maske aus Holz, mit Blech-Beschlägen reich verziert.

 

Mit Computer-Grafiken können Möbelansichten simuliert werden, hier ein doppelseitiges Regal, vorn die Vorderseite, hinten die Rückseite. Es wurde als Raumteiler für einen Kosmetiksalon gebaut.

 

Dieses Badregal mit Spiegel und Edelstahlleuchte ist eine Maßanfertigung mit je 1m Breite und Höhe. Die zwei Einschnitte in der Mitte des hölzernen Leuchtenhalters sind von der Kettensäge und unterstreichen den Charakter dieses Rohteils. Hier erfolgte ausnahmsweise - auf Wunsch des Auftraggebers - eine grüne Lackierung der unteren Holzteile.