Ist die Technik noch so weit, Handarbeit bleibt Handarbeit!

Während Vater früher Möbel für die Familie baute, probierte ich lieber unpraktischere Dinge aus: Ich rettete ein Stammstück mit einem kleinen Riss vor dem Feuerholz und schnitzte daraus einen Holzkopf. Er bekam den Namen Richard Löwenherz, lebte ein knappes Jahr und musste immer versteckt werden, dass er nicht doch im Feuerholz endete. Die Sache erledigte sich jedoch von selbst. Der Riss wurde groß und größer. Als ich wieder mal nachschaute, lagen eines schönen heißen Sommertages zwei halbe Holzköpfe da. Das war damals mit 13-14 Jahren meine erste Erfahrung mit Holz: es reißt und kann sogar brechen, wenn es zu schnell trocknet.
Holz gab es immer reichlich in unserer Werkstatt. Eine gute Gelegenheit, den Bau von Dingen aus Holz unter fachkundiger Anleitung auszuprobieren. Zeitungsständer waren der große Renner zu jener Zeit. Jeder aus unserer Verwandtschaft bekam einen. Nach Jahren mit weniger Aktivitäten in der Holzbearbeitung begann ich eine kleinere Holzfigur "Richard Löwenherz II.", siehe Foto oben. Heute bewacht er die Wohnung unseres Sohnes.

Foto unten: dieses Fensterbild begleitet uns nun schon fast 30 Jahre. Von den Mini-Keramiken

einer Töpferin aus der Lausitz haben wir inzwischen eine ganze Sammlung.

Unsere zweite Wohnung war die große Herausforderung. Komplette Wandverkleidungen für Küche und Bad habe ich auf einem robusten, 60 Jahre alten Hocker und auf dem Fußboden von Hand zugeschnitten und montiert. Nach Vollendung des Werkes sahen wir, dass in der 17m² großen Küche noch viel freier Platz war. Eine große Sitzecke, Tisch, Stühle, weitere Wandverkleidungen und Einbaumöbel folgten. Als wir dann später in unsere jetzige Wohnung zogen, habe ich alle Holzteile fachgerecht zerlegt und gelagert. Mir gefiel die Arbeit mit Holz und ich wollte unbedingt mehr davon. Leider gibt es keine Fotos von unseren Küchenmöbeln mehr, aber einen Stuhl haben wir zum Malern behalten. Inzwischen ist er wieder aufgearbeitet.

 

Harthölzer wie hier Eiche wirken sehr roh und markant, wenn die Spuren der Kettensäge noch zu sehen sind. Schleifen der Oberfläche wäre hier Frevel am Material! Wer genau hinsieht, entdeckt, dass dieser Baum aus zwei Stämmen bestand.

 

Schön geformte Steine und Holzstücke, Holzteile in Verbindung mit anderen Naturwerkstoffen wie Leder, Bast, Keramik, Stein, Glas werden zu Dingen, die nicht jeder hat. Neben stabilen und bodenständigen Stücken baue ich auch gern Dinge mit einer unregelmäßigen Form wie dieses Dekoobjekt. Den Haselzweig habe ich von unseren Freunden. Bevor sie so etwas wegwerfen, fragen sie immer erst mich.

 

Fensterdeko aus Kiefernästen, Bast und transparenten Glastropfen (ganz unten) vom Glasbläser, Gesamthöhe ca. 70cm

 

Wie ein Moai, eine der Steinfiguren von der Osterinsel: hier aus Kiefernholz, noch besser eignet sich Lindenholz für Schnitzarbeiten.

 

Ein Entwurf für drei Küchenstühle. Wenn erforderlich, können auch Armlehnen hinzukommen, dann mit höheren Vorderbeinen. Kufen sind auch eine Option und stabilisieren zusätzlich.